Die Kombination aus zartem Lachsfilet, knuspriger Kartoffelkruste und der legendären Frankfurter grünen Soße vereint das Beste aus regionaler Tradition und moderner Kochkunst. Dieses Gericht, das in gehobenen Restaurants der Mainmetropole seinen festen Platz hat, lässt sich mit der richtigen Anleitung auch zu Hause meisterhaft zubereiten. Die sieben Kräuter der grünen Soße, die seit Jahrhunderten zur Frankfurter Küche gehören, treffen auf die Eleganz des Lachses und die rustikale Note der Kartoffelkruste. Ein kulinarisches Erlebnis, das Tradition und Innovation perfekt verbindet und selbst anspruchsvolle Gäste begeistert.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen und mit der Schale auf der groben Seite der Küchenreibe raspeln. Das Raspeln mit Schale sorgt für mehr Geschmack und zusätzliche Nährstoffe. Die geraspelten Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch geben und über der Spüle kräftig ausdrücken, um die überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Dieser Schritt ist entscheidend für eine knusprige Kruste.
2.
Die ausgedrückten Kartoffelraspel in eine Schüssel geben und mit einem Ei, zwei Esslöffeln Olivenöl, Salz, Pfeffer und den Kräutern der Provence vermischen. Das Panko-Paniermehl unterrühren, bis eine formbare Masse entsteht. Panko ist japanisches Paniermehl mit besonders groben Flocken, die für extra Knusprigkeit sorgen. Die Mischung sollte zusammenhalten, aber nicht zu feucht sein.
3.
Das Lachsfilet unter kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die ofenfeste Pfanne mit etwas Olivenöl erhitzen und den Lachs mit der Hautseite nach unten für drei Minuten anbraten, bis die Haut schön knusprig ist. Den Lachs wenden und von der Flamme nehmen.
4.
Die Kartoffelmasse gleichmäßig auf der Oberseite der Lachsfilets verteilen und leicht andrücken, sodass eine etwa einen Zentimeter dicke Kruste entsteht. Mit kleinen Butterflocken bestreuen. Die Butter sorgt beim Backen für zusätzliche Bräunung und Geschmack.
5.
Die Pfanne in den vorgeheizten Ofen schieben und den Lachs für 15 bis 18 Minuten backen, bis die Kartoffelkruste goldbraun und knusprig ist. Mit dem Fleischthermometer prüfen: Die Kerntemperatur sollte 55 bis 60 Grad Celsius betragen für einen noch leicht glasigen Kern. Wer es durchgegart bevorzugt, lässt den Lachs zwei bis drei Minuten länger im Ofen.
6.
Während der Lachs im Ofen ist, die Frankfurter grüne Soße zubereiten. Die saure Sahne mit dem Joghurt in einer Schüssel verrühren. Das zweite Ei hart kochen, abkühlen lassen, schälen und fein hacken. Das Ei gibt der Soße Struktur und macht sie sämiger.
7.
Alle getrockneten Kräuter in die Sahne-Joghurt-Mischung einrühren. Den Senf, Zitronensaft, eine Prise Salz, Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss hinzufügen. Das gehackte Ei unterrühren. Die Soße mindestens zehn Minuten durchziehen lassen, damit sich die Aromen der getrockneten Kräuter voll entfalten können. Je länger die Soße steht, desto intensiver wird der Geschmack.
8.
Den fertigen Lachs aus dem Ofen nehmen und zwei Minuten ruhen lassen. In Portionen schneiden und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Die grüne Soße entweder daneben oder in einem separaten Schälchen servieren. Mit etwas zusätzlichem Zitronensaft beträufeln und sofort servieren.
Tipp vom Chefkoch
Wenn die Kartoffelkruste während des Backens zu dunkel zu werden droht, einfach mit Alufolie abdecken. So bleibt sie perfekt golden und verbrennt nicht. Für eine noch intensivere Kräuternote kann man die getrockneten Kräuter vor der Verwendung zwischen den Handflächen verreiben, das setzt die ätherischen Öle frei. Die grüne Soße schmeckt am besten, wenn sie mindestens 30 Minuten vor dem Servieren zubereitet wird. Reste der Soße halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Tage und schmecken am nächsten Tag sogar noch aromatischer.
Weinbegleitung für gehobene Ansprüche
Zu diesem raffinierten Gericht passt hervorragend ein trockener Riesling aus dem Rheingau, der mit seiner fruchtigen Säure die Frische der Kräuter unterstreicht und die Fettigkeit des Lachses ausbalanciert. Ein Silvaner aus Franken ist eine ausgezeichnete Alternative, die mit ihrer mineralischen Note besonders gut zur Kartoffelkruste harmoniert. Wer Weißburgunder bevorzugt, greift zu einem Exemplar aus Baden, dessen cremige Textur die saure Sahne in der grünen Soße aufgreift. Für Rotweintrinker empfiehlt sich ein leichter, gekühlter Spätburgunder, der dem Lachs nicht die Show stiehlt.
Zusätzliche Info
Die Frankfurter grüne Soße, auf hessisch Grie Soß, ist seit 2016 durch die EU als geschützte geografische Angabe anerkannt und gehört zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Traditionell wird sie am Gründonnerstag zum ersten Mal im Jahr serviert, wenn die frischen Kräuter sprießen. Die klassische Rezeptur verlangt exakt sieben Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. In Frankfurt gibt es sogar ein jährliches Festival, das dieser Spezialität gewidmet ist. Die Kombination mit Lachs ist eine moderne Interpretation, die zeigt, wie wandelbar die traditionelle Küche sein kann. Ursprünglich wurde die grüne Soße zu Pellkartoffeln und hart gekochten Eiern gereicht, doch mittlerweile findet man sie zu Fisch, hellem Fleisch und sogar vegetarischen Gerichten.



