Der saftige Kassler Lachsbraten aus dem Ofen gehört zu den beliebtesten Klassikern der deutschen Hausmannskost. Dieses traditionelle Gericht vereint zartes, gepökeltes Schweinefleisch mit einer herrlich knusprigen Kruste und überzeugt durch seine unkomplizierte Zubereitung. Kassler bezeichnet dabei gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch, das seinen Namen dem Berliner Fleischermeister Cassel verdankt. Der Lachsbraten stammt aus dem Rücken des Schweins und zeichnet sich durch seine besondere Zartheit aus. In nur wenigen Schritten verwandelt sich dieses Stück Fleisch in ein festliches Sonntagsessen, das die ganze Familie begeistert. Die Ofenmethode garantiert dabei gleichmäßige Hitze und ein perfektes Ergebnis ohne ständiges Wenden oder komplizierte Handgriffe. Besonders praktisch: während der Braten im Ofengart, bleibt genügend Zeit für die Zubereitung der Beilagen. Diese Zubereitungsart eignet sich hervorragend für Kochanfänger und erfahrene Hobbyköche gleichermaßen.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den Ofen vorbereiten und das Fleisch inspizieren
Heizt den Backofen auf 160 Grad Celsius Umluft vor. Umluft bedeutet, dass ein Ventilator die heiße Luft gleichmäßig im Ofen verteilt. Nehmt den Kassler Lachsbraten aus der Verpackung und tupft ihn mit Küchenpapier rundherum trocken. Trockenes Fleisch entwickelt später eine schönere Kruste. Prüft, ob noch Knochen vorhanden sind, die entfernt werden sollten. Falls die Schwarte noch am Fleisch ist, ritzt sie mit einem scharfen Messer rautenförmig ein, etwa einen halben Zentimeter tief. Diese Technik nennt man Einschneiden und sie sorgt dafür, dass die Gewürze besser eindringen können und die Schwarte knusprig wird.
2. Die aromatische Marinade herstellen
Vermischt in einer kleinen Schüssel den Senf mit dem Honig, einem Esslöffel Olivenöl, dem Paprikapulver und dem getrockneten Thymian. Diese Mischung verleiht dem Braten eine wunderbare süß-pikante Note. Rührt alles gut durch, bis eine homogene Paste entsteht. Homogen bedeutet gleichmäßig vermischt ohne Klumpen. Bestreicht nun den Kassler Lachsbraten rundherum großzügig mit dieser Marinade. Verwendet dafür einen Küchenpinsel, um wirklich alle Seiten zu erreichen. Lasst die Marinade etwa zehn Minuten einwirken, während ihr die Zwiebeln und den Knoblauch vorbereitet.
3. Das Gemüsebett für den Braten vorbereiten
Schält die Zwiebeln und schneidet sie in dicke Ringe, etwa einen Zentimeter breit. Die Knoblauchzehen werden nur leicht angedrückt, aber nicht geschält. Angedrückter Knoblauch gibt sein Aroma besser ab, ohne zu verbrennen. Gebt einen Esslöffel Olivenöl in den Bräter und verteilt die Zwiebelringe gleichmäßig auf dem Boden. Legt die Knoblauchzehen, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Pfefferkörner dazwischen. Dieses aromatische Bett dient als Aromaunterlage und verhindert, dass das Fleisch direkt auf dem heißen Metall liegt. Die Gewürze geben während des Garens ihre Aromen an die Flüssigkeit und das Fleisch ab.
4. Den Braten in den Ofen geben
Legt den marinierten Kassler Lachsbraten mit der Fettseite nach oben auf das Gemüsebett. Die Fettseite nach oben garantiert, dass das Fleisch von selbst saftig bleibt, da das Fett während des Bratens schmilzt und ins Fleisch tropft. Gießt nun die Gemüsebrühe vorsichtig am Rand in den Bräter, nicht direkt über das Fleisch, damit die Marinade nicht abgewaschen wird. Die Flüssigkeit sollte etwa zwei Zentimeter hoch stehen. Deckt den Bräter mit dem Deckel ab und schiebt ihn auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens. Die mittlere Position sorgt für gleichmäßige Hitze von allen Seiten.
5. Den Bratvorgang überwachen
Lasst den Kassler Lachsbraten zunächst 60 Minuten bei geschlossenem Deckel garen. Garen bedeutet bei niedriger Temperatur langsam durchziehen lassen. Nach dieser Zeit öffnet vorsichtig den Deckel und begießt das Fleisch mit dem entstandenen Bratensaft. Dieses Begießen hält die Oberfläche feucht und intensiviert den Geschmack. Verwendet dafür einen großen Löffel oder eine Schöpfkelle. Nehmt nun den Deckel ab und lasst den Braten weitere 30 Minuten offen im Ofen, damit die Oberfläche schön braun und knusprig wird. Die Kerntemperatur sollte am Ende 68 bis 70 Grad Celsius betragen. Messt sie mit einem Fleischthermometer im dicksten Teil des Bratens.
6. Die Ruhezeit einhalten
Wenn der Braten die gewünschte Temperatur erreicht hat und außen goldbraun ist, nehmt den Bräter aus dem Ofen. Jetzt kommt ein ganz wichtiger Schritt, den viele vergessen: Deckt das Fleisch locker mit Alufolie ab und lasst es mindestens 15 Minuten ruhen. Die Ruhezeit ermöglicht, dass sich die Fleischsäfte gleichmäßig verteilen. Würdet ihr sofort anschneiden, würde der ganze Saft auslaufen und das Fleisch trocken werden. Während der Kassler ruht, könnt ihr aus dem Bratensaft eine herrliche Soße zubereiten. Gießt die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf, entfernt das überschüssige Fett und kocht die Soße bei mittlerer Hitze etwas ein, bis sie leicht sämig wird.
7.
Nach der Ruhezeit nehmt ein scharfes, langes Messer und schneidet den Kassler Lachsbraten in gleichmäßige Scheiben von etwa einem Zentimeter Dicke. Schneidet immer quer zur Faser, das macht das Fleisch zarter. Die Faser erkennt ihr an den feinen Linien, die durch das Fleisch laufen. Legt die Scheiben fächerförmig auf einer vorgewärmten Servierplatte an. Träufelt etwas von der reduzierten Soße darüber und serviert den Rest separat in einer Sauciere. Der saftige Kassler Lachsbraten passt hervorragend zu traditionellen Beilagen wie Sauerkraut, Kartoffelpüree, Rotkohl oder Semmelknödeln. Auch ein frischer grüner Salat harmoniert wunderbar mit dem herzhaften Fleisch.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr den Braten am Vortag mariniert und über Nacht im Kühlschrank ziehen lasst, wird der Geschmack noch intensiver. Denkt daran, das Fleisch eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit es Raumtemperatur erreicht. Fleisch, das zu kalt in den Ofen kommt, gart ungleichmäßig. Falls ihr keine Wacholderbeeren findet, könnt ihr sie durch einen Schuss Gin ersetzen, der ebenfalls Wacholder enthält. Für eine knusprigere Kruste pinselt den Braten in den letzten zehn Minuten noch einmal mit einer Mischung aus Honig und Senf ein und schaltet kurz die Grillfunktion dazu. Achtet dabei darauf, dass nichts verbrennt. Der Bratensaft lässt sich übrigens hervorragend einfrieren und als Basis für Suppen oder Soßen verwenden.
Weinbegleitung zum Kassler Lachsbraten
Zu diesem herzhaften deutschen Klassiker empfiehlt sich ein mittelkräftiger Weißwein mit guter Säurestruktur, der die Fülle des gepökelten Fleisches ausbalanciert. Ein Riesling Kabinett trocken aus der Pfalz oder von der Mosel passt hervorragend, da seine fruchtige Säure die Salzigkeit des Kasslers abmildert. Alternativ harmoniert auch ein Grauburgunder aus Baden mit seiner cremigen Textur wunderbar mit dem saftigen Braten. Wer Rotwein bevorzugt, greift zu einem leichten, fruchtigen Spätburgunder, der nicht zu tanninhaltig ist. Tannine sind Gerbstoffe, die einen pelzigen Geschmack im Mund hinterlassen können. Für Bierliebhaber ist ein süffiges Helles oder ein malzbetontes Märzen die perfekte Wahl. Die malzige Süße des Bieres unterstreicht die Honignote in der Marinade. Serviert die Getränke leicht gekühlt bei 8 bis 12 Grad Celsius.
Zusätzliche Info
Der Kassler Lachsbraten verdankt seinen Namen einer interessanten kulinarischen Geschichte. Das Kassler wurde im 19. Jahrhundert vom Berliner Fleischermeister Cassel erfunden, der eine Methode entwickelte, Schweinefleisch durch Pökeln und leichtes Räuchern haltbar zu machen. Der Begriff Lachsbraten bezieht sich nicht etwa auf Fisch, sondern auf die zartrosa Farbe des Fleisches nach dem Pökeln, die an Lachs erinnert. Dieses Stück stammt aus dem Rücken des Schweins und gilt als besonders edel. In der deutschen Küche hat der Kassler Lachsbraten eine lange Tradition und wird besonders gerne zu festlichen Anlässen serviert. Ursprünglich war das Pökeln eine Konservierungsmethode, heute schätzt man vor allem den besonderen Geschmack. Regional gibt es verschiedene Zubereitungsarten: In Norddeutschland wird Kassler oft mit Sauerkraut kombiniert, in Süddeutschland eher mit Knödeln. Die Ofenmethode, wie in diesem Rezept beschrieben, ist besonders schonend und garantiert ein zartes, saftiges Ergebnis. Kassler ist übrigens bereits vorgegart, weshalb die Garzeit im Vergleich zu frischem Schweinefleisch kürzer ausfällt.



